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Ein langer Weg      
     
     

 

Ein langer Weg…
 

Und aller Anfang ist schwer…Das stellt man meistens fest wenn man das erste Mal beim Training auf der Matte steht und versucht beide Arme bzw. Handgelenke, Fäuste gleichzeitig gegeneinander einzudrehen. Dem einen gelingt es mehr oder weniger sofort und andere brauchen ein paar Übungsstunden. Wenn man es endlich geschafft hat, kommen auch schon die nächsten Techniken. Angefangen mit Age-Uke über Mai-Geri oder Shuto-Uke in Kokutsu-dachi. Diese Techniken wiederholen sich wieder und wieder in einer Trainingsstunde. Es kommen zwar noch einige Techniken dazu, aber nie wieder in dem Umfang wie es am Anfang geschehen ist. Irgendwann hört man dann von manchen Schülern: „ Oh nich’ schon wieder… . Die haben wir doch schon tausend Mal gemacht.“ Wenn solch ein Gemurre und stöhnende Bemerkungen von sich gegeben werden, lasse ich den Schüler nach vorne treten, ihn die Grundstellung einnehmen und lasse ihn seine sauberste Technik ausführen. Anschließend frage ich ihn ob er jetzt mit seiner Technik zufrieden war…

Es ist auch nicht falsch, die Techniken wiederholen sich auch immer wieder. Und man kann sie noch tausend Mal machen und du wirst sie nie so hinbekommen das sie 100% perfekt sind. Und genau das ist der Punkt! Karate ist eine der effektivsten Kampfsportarten. Es reichen meistens nur zwei Techniken um einen Angriff in Grund und Boden zu zerschlagen. Die Verteidigung und der Konter. Um so präzise in der kurzen Zeit zu reagieren, muss die Technik regelrecht verinnerlicht werden. Es darf nicht mehr darüber nachgedacht werden wie ich in dieser Situation zu reagieren habe, es darf nur noch reagiert werden. Für Leute die nur
„ Fast Food “ Kampfsport machen möchten ist das natürlich überhaupt nichts. Aber um so schnell und auch so präzise zu treffen gehört auch eine gewisse Ernsthaftigkeit, Ergeiz, und Selbstkontrolle dazu. Es ist kein Zufall dass es in der Unterstufe meistens mehr Schüler als in der Oberstufe gibt. Denn erst langsam in der Oberstufe merkt der Schüler worum es im Karate eigentlich wirklich geht.
Ich denke so im Braungurtbereich hat man dann den Oi-Tsuki zum 100 000 Mal gemacht. Und eigentlich sollte er dann auch mal langsam eine gewisse Wirkung haben, aber man sollte nie aufhören ihn zu trainieren. Denn nicht nur der Kopf vergisst mit den Jahren, auch der Körper vergisst die Bewegungen, auch die einfachsten. Ein Anfänger kann sich das jetzt eventuell nicht vorstellen. Aber so ein Oi-Tsuki hat es ganz schön in sich. Damit meine ich nicht nur die Bewegung an sich, sondern mehr die Entspannungen und Anspannungen von den einzelnen Muskelpartien. Ihr könnt es ganz einfach mal ausprobieren: Versucht mal eine lockere Bewegung mit einer fest geballten Faust aus Schulter und Ellbogen. Ist doch ganz einfach, oder?
Was ich aber jetzt eigentlich damit sagen möchte, um wieder auf das zurück zu kommen was Karate eigentlich ausmacht, es muss „der eigene Schweinehund überwunden werden“ wie es immer so schön gesagt wird.
Und das finde ich ist das tolle im Karate. Klar es werden hier Körper aber vor allem der Geist trainiert, wer das noch nicht verstanden hat, sollte es einfach mal versuchen. Denn solche Überwindungskräfte oder Konzentrationsübungen hat man nicht im alltäglichen Leben. Auch wenn man noch in der Lernphase ist, sollte man es erst recht trainieren. Umso leichter wird es im Unterricht, wenn der Lehrer eine Stimme hat, wie einen Kaugummi der sich in die Länge zieht. Dann überwindet man sich vielleicht doch ihm 5 Minuten länger zuzuhören um klausurrelevante Bemerkungen aufzuschnappen, bevor man sich dann doch den wichtigeren Sachen des Lebens widmet, was mache ich eigentlich Freitagabend…
Um jetzt auch langsam zum Schluss zu kommen, Karate ist für mich nicht nur ein Sport, es ist auch eine gewisse Lebenseinstellung. Man gerät immer wieder in Situationen im Leben, wo mir die Eigenschaften, die ich beim Karate verbessert und erweitert habe, helfen.

Ozz Mirko